Zusammenfassung—Die Digitalisierung unserer Welt führt dazu, dass Software immer mehr Raum einnimmt und so auch kontinuierlich an Bedeutung gewinnt. Generell stellt sich somit die Frage, wer all diese komplexen Systeme entwickelt und was dazu nötig ist, um solche Systeme bauen zu können. Das beginnt bereits beim Anforderungsmanagement: Gerade im Requirements Engineering, an dem verschiedenste Kunden und weitere Interessensgruppen (so genannte Stakeholder) beteiligt sind, gewinnt die Komponente Mensch an Bedeutung, weil immer mehr Personengruppen mit Aspekten der Digitalisierung in Berührung kommen, auch solche, denen dafür bislang jeder Zugang fehlte. Daher muss ein Software-Ingenieur vor allem im Requirements Engineering in der Lage sein, interdisziplinär zu kommunizieren, flexibel auf neue Situationen zu reagieren und die erhaltenen Informationen für den weiteren Entwicklungsprozess bestmöglich zu strukturieren.
Zentrale Fragen sind somit, wie sich die Anforderungen an Software-Entwickler durch die Digitalisierung verändern und wie Software-Entwickler der Zukunft bestmöglich ausgebildet werden können, um diesen gesellschaftlichen und technischen Anforderungen gewachsen zu sein. Welche Konsequenzen hat Digitalisierung für die Aus- und Weiterbildung (von Software-Ingenieuren)? Welche fachlichen und überfachlichen Kompetenzen sind (für Software-Entwickler) im Zeitalter der Digitalisierung erforderlich? Und wenn man diese Kompetenzen kennt, wie a) analysiert man, ob sie bei einer Person vorhanden sind, und b) wie trainiert man sie zielgerichtet? Der Beitrag diskutiert diese Fragen.